Gutachten und Diagnosen

Lernen, lernen, lernen

Wenn alles Üben keine Besserung zu bringen scheint, die Hausaufgaben regelmäßig zu einem Familiendrama werden und ein Diktat zum Grund für Tränen und Bauchschmerzen wird, dann stellen sich Eltern irgendwann unweigerlich die Frage “Was verdammt nochmal stimmt hier nicht?”
Sie wünschen sich eine Diagnose, anschließend ein Gutachten, mit dem man bei Behörden, Ärzten und Institutionen vorstellig werden kann und letztendlich konkrete Leitlinien und einen wissenschaftlich fundierten Plan, mit denen sie ihrem Kind endlich helfen können. Es ist beruhigend zu erfahren, dass man nichts falsch gemacht hat. Eine Diagnose gibt Sicherheit.
Aber nicht immer.

Liebe Eltern,

für ein Kind kann eine Diagnose ein riesiger Steinbrocken sein, der vom Herzen fällt und die lang gehegte Frage beantwortet “Warum habe ich solche Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben, obwohl ich mich doch so sehr bemühe?” Doch nicht alle Kinder sind gleich. Vielleicht ist genau Ihr Kind eine Persönlichkeit, die sich von nun an fühlt wie mit einem Stempel auf der Stirn.
Eine Diagnose, ist sie erst einmal geschrieben, verschwindet nicht mehr ohne Weiteres aus einer Akte. Papier ist geduldig, wie man so schön sagt.
Deswegen bitte ich Sie, liebe Eltern, von Herzen ganz genau abzuwägen, ob Sie dieses “Schwarz auf Weiß” tatsächlich wünschen. An meiner Arbeit mit Ihrem Kind ändert sich nichts. Aber vielleicht ändert es etwas in Ihrem Kind.
Eine Übersicht über mögliche Anzeichen einer Legasthenie oder einer Lese-Rechtschreibschwäche finden Sie hier. Bedenken Sie beim Lesen jedoch, dass Schwierigkeiten beim Lernen mindestens so individuell sind wie der Mensch selbst!

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