Lerntypen - Wachsenlernen | Lerntraining | Diana Rohrbeck

L wie Lerntypen – aus “Kinder mit LRS stärken”

Lerntypen

Ich habe mir die Sachen mehrmals durchgelesen.“ – Diesen Satz höre ich häufig auf die Frage, wie die Vorbereitungen für die Klassenarbeiten denn liefen. Unterschiedliche Lerntypen? Unbekannt!

Das kann nichts werden

Sich die Unterlagen anzuschauen und so zu behalten, ist nicht selten die Auffassung eines Kindes vom effektiven Lernen.

Ja, es gibt diese Menschen, die etwas lesen und sich scheinbar wie von Zauberhand einfach alles aus dem Text merken und dies dann auch noch korrekt wiedergeben können. Doch diese Menschen sind Ausnahmen von der Regel!

Und Kinder, die in der Schule Schwierigkeiten haben, sollten innerlich ganz viel Abstand davon nehmen, sich mit diesen Menschen vergleichen zu wollen.

So funktioniert Lernen

Der “Normalo” muss eine Information über mehrere Sinneskanäle aufnehmen und diese ebenfalls über mehrere Sinneskanäle wiederholen, bis sie letztendlich im Langzeitgedächtnis abgespeichert ist.

Welche Sinneswahrnehmung zum Lernen am besten geeignet ist, muss jeder für sich selbst herausfinden. Doch schon mal vorweg: Die meisten Menschen sind Mischtypen.

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Der auditive bzw. akustische Lerntyp

Dieser Lerntyp kann sich Inhalte ganze besonders gut einprägen, wenn sie über das Hören ins Gehirn gelangen.

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→ Reime, Rhythmen und Melodien 

→ Dialoge, Witze und Aussagen

→ Podcasts, Hörbücher, Vorlesen

→ Oft bleibt nicht nur das “Was” besser im Gedächtnis, sondern auch das “Wie” (Tonlage, Stimmung, Situation).

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Der optische Lerntyp

Dieser Lerntyp kann sich Inhalte ganze besonders gut einprägen, wenn sie über das Sehen ins Gehirn gelangen.

→ “Ich weiß, dass auf dem Zettel noch ein Wort stand, aber ich weiß nicht mehr welches.”

→ “Das Buch steht im Regel ganz oben, das zweite von rechts.”

→ Skizzen, Fließschemen, Zeichnungen, die Farben der Überschriften, etc. erscheinen vor dem inneren Auge

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Der sprechende Lerntyp

Dieser Lerntyp kann sich Inhalte ganze besonders gut einprägen, wenn er darüber spricht.

→ Die Lösung eines Problems findet sich, indem man über das Problem spricht.

→ Freude am Erklären, Vorstellen und Präsentieren

→ Lernpartnerschaften, Foren, beim Lernen laut sprechen

Der haptische Lerntyp

Dieser Lerntyp kann sich Inhalte ganze besonders gut einprägen, wenn er seine Hände beim Lernen benutzen kann.

→ selber machen, umsetzen, anfassen

→ Lernen am Modell

Der motorische Lerntyp

Dieser Lerntyp kann sich Inhalte ganze besonders gut einprägen, wenn er sie mit Bewegungen verknüpft werden.

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→ Choreografien, Rhythmen, Takte

→ Runden drehen im Zimmer, wippen auf dem Stuhl, gehen oder laufen

Der emotionale Lerntyp 

Dieser Lerntyp bekommt von mir keine gesonderte Stellung. Eine offene und neugierige Haltung (also positive Gefühle) wirken sich IMMER positiv aufs Lernen aus, während negative Gefühle das Lernen blockieren.

Die meisten Menschen sind Mischtypen

Als ich noch zur Schule ging, haben wir im Unterricht mal einen Test zu den verschiedenen Lerntypen gemacht. Dabei stellte sich heraus, dass ich zu den optischen Lernern gehöre. Ich sehe meine Umgebung sehr deutlich vor meinem inneren Auge und kann

→ wo sich welcher Gegenstand in meiner Wohnung befindet,

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→ mit welcher Farbe ich bestimmte Wörter auf einem Arbeitsblatt markiert habe,

→ welche Kleidung jemand trug oder

→ ob in einem Sammelsurium von Gegenständen etwas fehlt.

Dass sich in den Bereichen der anderen Lerntypen zahlreiche Überschneidungen fanden, wurde unter den Tisch fallen lassen.

Eine Zeit lang habe ich mich deshalb nur an die Empfehlungen für den optischen Lerntypen gehalten und das war ganz und gar keine gute Entscheidung.

Alle Stärken einbeziehen

Diese Lerntypentests gibt es nach wie vor und sie geben einen guten Überblick darüber, auf wie viele unterschiedliche Weisen unser Gehirn Informationen aufnehmen kann.

Doch was viel wichtiger ist als ein Test, ist das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten!

→ Was hat bisher gut funktioniert? Diese Methode darf bleiben!

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→ Was hat bisher nie funktioniert (auch wenn es so schön einfach scheint)? Diese Methode muss weg!

→ Was funktioniert vielleicht nur in bestimmten Fächern oder bei bestimmten Themen? Lernen ist kein starres Konstrukt und darf flexibel angepasst werden!

→ Was habe ich noch nie ausprobiert? Dann ran an die Kartoffel!

Nicht jede Methode ist für jeden geeignet. Nicht jede Methode ist für alles geeignet. Nicht jede Methode ist immer geeignet.

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Vermutlich hat jeder Mensch in einem der Lerntyp seine besonderen Stärken – sich nur auf einen Lerntypen zu versteifen, verschenkt allerdings vermutlich wertvolle Potenziale! 

Probieren geht über studieren

→ Ihr Kind lernt am zuverlässigsten, indem es sich die Inhalte laut vorspricht?

→ Ihr Kind muss sich beim Lernen bewegen und wandert durch den Raum?

→ Ihr Kind muss das Gelesene immer wieder in Stichpunkte zusammenfassen?

→ Ihr Kind braucht ganz viel Farbe auf dem Papier und Markierungen? 

→ Ihr Kind bevorzugt es, abgefragt zu werden?

→ Ihr Kind braucht Skizzen und Übersichten?

Oder oder oder? Es gibt zahlreiche Möglichkeiten des Lernens! Und Kombinationen aller Art können sich NUR positiv auswirken

Doch eines ist unumstritten: Je mehr Sinneswahrnehmungen (hören, sehen, sprechen, bewegen, anfassen) am Lernprozess beteiligt sind, umso besser verknüpft sich das Gelernte im Gehirn mit anderen Informationen und geht somit nicht wieder verloren.

Hier sind Ihrer Kreativität (und der Ihres Kindes) keine Grenzen gesetzt! Erlaubt ist, was hilft! Und positive Emotionen und ausreichend Abwechslung sind grundsätzlich hilfreich! Es darf also durchaus auch mal lustig und albern werden!

⇒ Bei aller Freude dürfen nur die Wiederholungen nicht vergessen werden.

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Ebenfalls eine wichtige Rolle spielen eine positive Einstellung zum Lernen an sich und regelmäßige Pausen, die im besten Fall mit einer körperlichen Aktivität gefüllt sein sollten.

Und nun viel Spaß beim Experimentieren!

WAHRNEHMUNGSBEREICHE FÖRDERN

Für ein effizientes Lernen sollte man seine Stärken kennen und diese effektiv einsetzen. 

Dies heißt jedoch nicht, dass andere Wahrnehmungsbereiche (aus denen sich letztlich die Lerntypen ableiten) per se vernachlässigt werden sollten. 

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind verstärkt Schwierigkeiten damit hat, sich Informationen über das Auge (optisch) oder das Ohr (akustisch) zu merken, ist eine zusätzliche Förderung dieser Wahrnehmungsbereiche durchaus sinnvoll.

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Sie wollen direkt loslegen? Dann schauen Sie doch mal hier, mit welchen Hilfsmitteln ich am liebsten arbeite:

Stifte in verschiedenen Farben, die sich beliebig oft wegradieren lassen

→ karierte Karteikarten, damit die Abstände zum Blattrand einheitlich sind

→ ein großer Karteikasten aus Holz, damit alles seinen Platz findet und er immer größer werdende Kann-Stapel nicht durchs Zimmer fliegt

 

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