Ü wie Üben

Ü wie Üben – aus “Kinder mit LRS stärken”

Blogartikel Diana Rohrbeck Üben und Anwenden

Üben und wiederholen und üben und wiederholen? Oder lieber abwechslungsreiche und anwendungsorientierte Aufgaben? Oder Hauptsache spielerisch? Klare Antwort: Jein!

Was ist besser?

Abwechslung im Unterricht ist wichtig, um die Motivation zu erhalten. Anwendungsaufgaben sind wichtig, um Schüler*innen den Sinn und Zweck des Gelernten näherzubringen.

Für ein Kind mit wackeligen Basiskompetenzen bedeutet dies allerdings oft, auf unsicherem Wissen noch mehr Unsicherheiten aufzubauen. In einer Stresssituation wie der Klassenarbeit kommt noch die Aufregung hinzu und dann ist das Scheitern vorprogrammiert.

Klassische Einsatzaufgaben, Lückentexte und Abfragen sind jedoch mehr und mehr verpönt, mit der Begründung, dass diese nicht das tatsächliche Verständnis des Gelernten hinterfragen, sondern ein stupides Lernen ausreicht, um gute Noten zu verdienen. Es reicht jedoch nicht aus, zu wissen, man muss sein Wissen auch anwenden zu können. Anwendungsaufgaben tragen hierzu einen wesentlichen Beitrag, da sie den Kindern die Notwendigkeit ihres Wissens näher bringen. Ein bestes Beispiel ist die typische Textaufgabe, die typische Sachaufgabe im Mathematikunterricht bestehend aus einer Additionsrechnung aus dem Einkauf im Süßwarengeschäft.

Das Problem im Unterrichtsalltag: Die Übungsaufgaben im Vorfeld einer Klassenarbeit, eines Tests sind meist so aufgebaut, dass Wissen systematisch abgefragt wird, fehlende Lücken ergänzt oder auswendig gelernte Formen eingesetzt werden müssen. 

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Wird in der tatsächlichen Arbeit jedoch mit sehr vielen Anwendungsaufgaben gearbeitet (für deren intensives Üben im Vorfeld vermutlich die Zeit nicht reichte), setzt dies die Kinder zusätzlich und oft auch unnötig unter Druck. Das Wissen, das sie zu Hause oft fehlerfrei innehatten, kann nun nicht mehr fehlerfrei abgerufen werden. 

 

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Zu Hause können – in der Schule scheitern

Unsicherheiten machen es schwer, konzentriert und logisch an Aufgaben heranzugehen. Insbesondere Kinder mit einer Lese-Rechtschreibschwäche kommen somit selten in die Situation tatsächlich beweisen zu können, was sie zu Hause gelernt und auch sicher gekonnt haben. 

Aus diesem Grund sollte ein  Kind möglichst nie mit einem vagen Halbwissen in die Lernkontrolle zu gehen. Es gibt Kinder, die dies mit Logik und Eselsbrücken ausgleichen können… Kindern mit einer Lese-Rechtschreibschwäche gelingt dies meist nicht.

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Damit möchte ich nicht sagen, dass Anwendungsaufgaben keine Berechtigung haben in unserer Schullandschaft. Ganz im Gegenteil sind sie notwendig, um den Kindern immer wieder zu spiegeln, wofür sie eigentlich lernen, egal wie authentisch oder manchmal auch unsinnig mache Anwendungsaufgaben sind. 

Führen Anwendungsaufgaben jedoch dazu, dass in der Drucksituation, in der Stresssituation der Arbeit die Ergebnisse verfälscht und bei Kindern mit Lernschwierigkeiten nach unten korrigiert werden, kann eine abwechslungsreiche und anwendungsorientierte Aufgabenstellung nicht seine Berechtigung behalten und Platz in der Notengebung finden.

 

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Üben hat einen schlechten Ruf

Das Üben von Inhalten und Themen hat nach meinem Empfinden einen ziemlich schlechten Ruf bekommen.

Es gilt als





↓ immer wieder durchkauen

↓ einmal anschauen reicht

↓ langweilig, öde und überflüssig

↓ unnötig, wenn ich es doch verstanden habe

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Das Problem: Erst in der Anwendung erkenne ich, ob ich eine Sache WIRKLICH verstanden habe. Üben ist also keine sinnfreie Beschäftigungstherapie, sondern eine Möglichkeit des Gehirns, das Gelernte immer wieder in der Praxis zu überprüfen.

♥ Auch bei der Rechtschreibung.

DER RICHTIGE NEWSLETTER FÜR SIE

Ich nehme Sie mit auf meine Reise. Mit dem Newsletter von Wachsenlernen bekommen Sie mein geballtes Wissen direkt in Ihr E-Mail-Postfach!

Darin enthalten sind

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• Hintergrundinformationen und Wissen. Dies wird Ihnen dabei helfen, Ihr Kind besser zu verstehen.

• aufeinander aufbauende Themen. So können Sie mit Ihrem Kind Schritt für Schritt gemeinsam an Veränderungen und Verbesserungen arbeiten.





• aktuelle Neuigkeiten aus der Forschung, der Lernpsychologie und natürlich auch von mir.

Das Bild zeigt Diana Rohrbeck von Wachsenlernen Lerntraining. Sie schaut in die Kamera und hebt ihren linken Zeigefinger. Damit zeigt sie auf den Text "Das alles und noch mehr gibt es im Newsletter".

Ich begleite Sie auf Ihrem Weg, gebe Ihnen mein gesamtes Wissen mit und stehe Ihnen jederzeit für Fragen zur Verfügung!

Rechtschreibfehler ist nicht gleich Rechtschreibfehler

Und bevor Sie mit dem Üben starten, ist es sinnvoll, genauer auf die Fehler zu schauen. Denn nicht jeder Rechtschreibfehler ist auch ein Rechtschreibfehler.

Fehler beim Schreiben können viele Ursachen haben und ein genauer Blick auf die Gedankenwelt des Kindes lohnt sich! Nicht jede Ursache lässt sich sofort erkennen. 

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Die drei wichtigsten und aus meiner Erfahrung häufigsten Ursachen möchte ich nun kurz erläutern:

• Wahrnehmungsstörungen

Es gibt Kinder, die den Unterschied beispielsweise zwischen harten und weichen Konsonanten nicht eindeutig hören. Auch das Unterscheiden von langen und kurzen Vokalen kann Schwierigkeiten bereiten oder das Heraushören eines -r im Wort.

Diese oder andere Differenzen der akustischen Wahrnehmung (auch als Teilleistungsstörung bezeichnet) machen es den Kindern schwer, das Gehörte exakt zu differenzieren und letztlich auch niederzuschreiben.

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Ein Lerntraining würde hier besonderen Schwerpunkt auf die Wahrnehmungsbereiche legen.

• Nicht abgeschlossene Speicherprozesse

Wird ein Wort immer wieder in verschiedenen Varianten gelesen oder geschrieben, so kann eine nicht automatisierte Wortbild-Erkennung die Ursache sein.





Fehlerhafte Aufzeichnungen (die eigenen oder die anderer), ein unsauberes Schriftbild, mangelnde Übung oder diskutable Unterrichtsmethoden ohne konkrete Fehlerkorrektur können zur Folge haben, dass die endgültige Abspeicherung eines Wortbildes nie stattfinden konnte.

Das Gehirn lernt durch Wiederholung, welche ihm jedoch nicht geboten (oder sogar verweigert) wurde.

Dies wiederum führt dazu, dass die Schreibweise eines Wortes immer und immer wieder neu erarbeitet werden muss und in einem Text ein und dasselbe Wort mitunter in drei verschiedenen Varianten auftaucht.

Und nun die gute Nachricht: Die automatisierte Wortbild-Erkennung kann in einem Lerntraining (in manchen Fällen genügt eine Lesetraining) nachgeholt werden.

• Logische Fehler

Mitunter kann es vorkommen, dass Kinder Rechtschreibfehler machen und die Ursache dafür schon beinahe banal klingt:

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Ihnen wurde nie gesagt, auf welche Regeln oder Strategien sie zurückgreifen können. Sie machen bestimmte Fehler immer wieder mit einer für sie logischen Erklärung.

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Ein Beispiel: befohr  (statt bevor) klingt von der Aussprache wie das Wort Gefahr. Warum also sollte es gänzlich anders geschrieben werden?

Hier kann ein Rechtschreibtraining Wunder bewirken!

SPIELE FÖRDERN REGELBEWUSSTSEIN

Mit den Begriffen Üben und Lernen verbinden wir (leider) oft automatisch die Institution Schule.

Das ist verdammt schade!

Denn unser Alltag bietet uns zahlreiche Möglichkeiten, um das Lernen mit der Welt der Kinder zu verbinden: Mit Spielen!





Die Lerntherapeutin Dr. Dina Beneken beschäftigt sich mit genau diesem Thema. Daraus entstanden ist eine → ultimative Spieleliste.

Denn Fakt ist: Kinder können schon sehr früh ein Bewusstsein für Regeln und Regelmäßigkeiten entwickeln. Und Spielen ist doch die schönste Möglichkeit des Lernens ♥  

Hier ein paar Beispiele*, wie Sie mit Ihrem Kind lernen können, ohne die Schulhefte auspacken zu müssen:

Üben gibt Sicherheit

Begriffe wie spielerisches Lernen und handlungsorientierter Unterricht immer stärker in den Fokus gestellt. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, dass ich überzeugt bin, dass auch diese Ansätze eine absolute Berechtigung im Unterricht haben. Dass jedoch das Üben und Wiederholen immer mehr an Bedeutung für das Lernen und für den Lernerfolg verlieren, halte ich für ein großes Risiko.

 

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Ich möchte Ihnen hierfür ein ganz persönliches Beispiel aus meiner eigenen Schulzeit geben. Ich war eine Schülerin, die sich sehr stark davon hat einschüchtern lassen, von anderen beobachtet zu werden. Zu meiner Zeit war es noch üblich, in Deutsch beispielsweise Gedichte auswendig zu lernen, vorzutragen, viele kleine Kurzreferate im Laufe des Schuljahres zu halten, ebenso mündliche Tests vor der Klasse, Vokabelabfragen. 

All diese Dinge waren Alltag während meiner Schulzeit und für mich mit sehr viel Aufregung im Vorfeld und auch während des Vortragens selbst verbunden. 

Ich weiß noch sehr genau, wie ich während eines Gedichts Vortag anfing zu hängen, ich kam nicht weiter, und meine Lehrerin zu mir meinte: „Welches Wort reimt sich denn, versuch dich daran zu erinnern, welches Wort sich reimt.“ Ich war in dem Moment nicht in der Lage zu sagen, dass ich nicht weiß, was ich eben gesagt habe, dass ich nicht auf einen Reim zurückgreifen kann, da ich vor Aufregung nicht logisch denken kann. Gedacht habe ich jedoch “dieser Tipp hilft mir nicht, denn ich bin zu aufgeregt”

Damit kann ich gut nachempfinden, dass viele Schülerinnen und Schüler in Stresssituationen nicht darauf zurückgreifen können, welche Eselsbrücken sie im Vorfeld mühsam gelernt oder mit wie vielen kleinen Gedankenbildern sie versucht haben, sich Zusammenhänge einzuprägen. 

In einer Stresssituation kann das Gehirn in der Regel nur das abrufen, was es sicher und zuverlässig einmal gelernt hat. 

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Übung macht den Meister

Ebendarum bin ich ein absoluter Verfechter davon, Dinge, die wir immer wieder brauchen, auch immer wieder zu wiederholen und zu üben. Auch wenn dies bei Ihnen zu Hause während der Hausaufgaben, während des Lernens vielleicht immer wieder zu Streitigkeiten führt und es eine Herausforderung in Ihrem Alltag darstellt, Ihr Kind davon zu überzeugen, die Vokabeln noch einmal zu wiederholen. 

Ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass es Ihnen schwerfällt, immer wieder in die Konfliktsituation zu gehen, obwohl Sie diese am liebsten hinter sich lassen würden. Dennoch möchte ich Sie dazu ermutigen, genau diese Konflikte mit Ihrem Kind zu führen, denn langfristig wird es davon profitieren, dass Sie auf das Üben und die Wiederholung bestanden haben. Der langfristige Erfolg wird sich zeigen!

Wiederkehrende Inhalte dürfen also durchaus „bis zum Erbrechen“ geübt werden. Erst, wenn das 1×1, die englischen unregelmäßigen Verben, die Formel für den Satz des Pythagoras und die Fragen nach den Satzgliedern den Puls nicht mehr erhöhen, lässt sich mit der nötigen Gelassenheit zur nächsten Aufgabe gehen.

JA, ICH WILL - ABER WIE ?

Sie möchten Ihr Kind beim Lernen gerne unterstützen, gehen es immer wieder an und verzweifeln dann gemeinsam am Alltag? Ich kann Sie beruhigen – so geht es sehr vielen Eltern!

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Die eigenen Kinder beim Lernen zu begleiten, bedeutet

  • Lerncoach zu sein (motivierend führen und ja niemals die Geduld verlieren),
  • Fachdidakt zu sein (Was war nochmal der Unterschied zwischen einem Adverb und einer adverbialen Bestimmung?),
  • Eltern zu sein (Sie sind der Fels in der Brandung, selbst wenn die ganze Welt zusammenstürzt) und
  • Lehrkraft zu sein (Fehler müssen benannt und korrigiert werden, sorry!).

Ich möchte Ihnen Ihre Ambitionen nicht nehmen! – Aber in den meisten Fällen ist diese Konstellation ohne Hilfe von Außen zum Scheitern verurteilt.

Aus diesem Grund möchte ich Ihnen hier noch ein paar weitere Links empfehlen:

eine gute Rechtschreibung und eine saubere Handschrift sind in der Regel eng aneinander gekoppelt

ein erster wichtiger Schritt zu mehr Erfolg in der Schule kann deshalb ein Handschrifttraining sein

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werden Sie zum Experte für die Schwierigkeiten Ihres Kindes, indem Sie beispielsweise den Unterschied zwischen Legasthenie und Lese-Rechtschreibschwäche kennen

LERNHEFTE VON WACHSENLERNEN

Beim StudyHelp-Verlag sind bereits mehrere Arbeitshefte von Wachsenlernen erschienen.

Sie bieten kurze und verständliche Erklärungen, Übungen und anschließende Lösungen, um Wissenslücken zu schließen.

HIER GIBT ES NOCH MEHR ZU LESEN ...

wachsenlernen blog misserfolgsvermeidung

M wie Misserfolgsvermeidung

Sie haben das Gefühl, dass Ihrem Kind die Anstrengungsbereitschaft fehlt? Würden Sie sagen, dass der Begriff "Misserfolgsvermeidungsstrategie" Ihnen aus der Seele spricht?

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Blogartikel Diana Rohrbeck Vertrauen

V wie Vertrauen - aus "Kinder mit LRS stärken"

Haben Sie Vertrauen in sich, Ihr Kind und Ihre gemeinsame Beziehung! Selbstbewusstsein lässt sich nicht erziehen - man muss es spüren.

Das Wort 'FERIEN' sorgfältig mit Holzwürfeln gelegt, präsentiert als Teil der digitalen Lernmaterialien von Wachsenlernen Lerntraining Diana Rohrbeck. Diese Darstellung symbolisiert eine Pause vom Lernalltag und steht für erholsame Auszeiten, die für Schüler und Familien wichtig sind. Umgeben von einem zarten Zweig mit Blättern, was die Entspannung und Erholung in der Natur nahelegt. Perfekt, um die Bedeutung von Erholungsphasen im Bildungskontext zu betonen.

F wie Ferien - aus "Kinder mit LRS stärken"

Ferien brauchen eine gewaltige Portion Langeweile mit Streuseln aus Freiheit und Sonne! Doch reine Planlosigkeit kann sich auch unbefriedigend anfühlen.









 

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