Wortart oder Satzglied Wachsenlernen Diana Rohrbeck

Wortart oder Satzglied

Banner für einen Blogartikel über deutsche Grammatik mit dem Titel 'Wortart oder Satzglied - Das ist hier die Frage' unter einem stilisierten Baum, der Lesen und Lernen symbolisiert, von Diana Rohrbeck.

Wortart, Satzglied, Nomen, Genitiv, Genitivobjekt oder Genitivattribut – wie soll einem da nicht schwindelig werden? Weiter geht es im Fremdsprachenunterricht mit direkten und indirekten Objekten und Objektpronomen oder auch der Unterscheidung von Adverbien und Adverbialen Bestimmungen. Welches Kind soll hier den Überblick behalten? Und vor allem, wie sollen so Eltern zu einem kompetenten Lernbegleiter ihrer Kinder werden? 

Um ein wenig Licht ins Dunkel der Fachbegriffe des Deutschunterrichts zu bringen, widmen wir uns zunächst der Unterscheidung zweier sehr wichtiger Kategorien der deutschen Sprache: der Wortart und dem Satzglied. 

Wortarten und Satzglieder voneinander unterscheiden

Die Basis zur Unterscheidung von Wortart und Satzglied liegt darin zu unterscheiden, ob man ein Wort alleine auf Wortebene betrachtet oder es im Kontext des Satzes sieht. 

Die Wortart

Ist dieser Unterschied verstanden, ist zunächst klar, dass mit Wortart tatsächlich nur das einzelne Wort gemeint ist. 

Wir haben in der Schule gelernt: Verschiedene Wortarten haben verschiedene Eigenschaften. Diese sind den meisten Fällen auch geläufig und logisch. 

Nomen

Dazu gehört, dass Nomen im Singular und im Plural stehen und in verschiedenen Fällen auftreten können. Außerdem besitzen sie einen Artikel.

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Adjektive

Adjektive lassen sich steigern und dienen dem Vergleich zweier Nomen. 

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Verben 

Verben werden an die Personalform angepasst, die vor ihnen steht und können verschiedene Zeitformen ausdrücken. 

Der nächste Schritt

Wie bereits erwähnt betrachtet ein Satzglied ein oder mehrere Wörter auf Satzebene – also in im Kontext einer größeren, längeren Informationen. 

Und wie wir bereits gesehen haben, kann das Nomen der Hund innerhalb eines Satzes verschiedene Aufgaben übernehmen: Die Aufgabe des Nominativ-, des Genitiv-, des Dativ- oder des Akkusativobjektes

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Es sind noch weitere Aufgaben möglich – zu denen kommen wir jedoch an späterer Stelle. 

Die Umstellprobe

Der erste Schritt, um Satzglieder und Wortarten nicht miteinander zu vermischen, besteht bei Betrachtung eines ganzen Satzes also darin, in erster Linie einzelne Satzglieder voneinander abzutrennen. Dies kann mithilfe der Umstellprobe geschehen. 

Ich nehme also einen Satz, der lauten kann: 

Das Halsband des Hundes ist mir am vergangenen Samstag verloren gegangen. 

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Diesen Satz kann ich nun umstellen, beispielsweise in diese Varianten:

  • Am vergangenen Samstag ist mir das Halsband des Hundes verloren gegangen. 

Ich kann mit Empörung ausdrücken.

  • Verloren gegangen ist mir das Halsband des Hundes am vergangenen Samstag.

Auch möglich ist mir ist.

Am vergangenen Samstag das Halsband des Hundes verloren gegangen.

Durch dieses mehrmalige Umstellen eines Satzes wird deutlich, dass bestimmte Wörter innerhalb des Satzes untrennbar miteinander verbunden sind.

In diesem Satz sind das das Halsband des Hundes.

Bei “des Hundes handelt es sich um ein Nomen im Genitiv – aber ist es deshalb automatisch ein Genitivobjekt?

Die Antwort ist NEIN, denn ich kann nicht fragen nach “Wessen?” in diesem Satz.

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Ich kann fragen: “Wer oder was ist mir verloren gegangen?” Das Halsband des Hundes.

Die Ausdrücke “das Halsband” und “des Hundes” sind innerhalb des Satzes untrennbar miteinander verbunden und bilden ein gemeinsames Satzglied – in dem Fall den Nominativ.

Wie sie jetzt jedoch richtig anmerken werden, steht ja aber “des Hundes” im Genitiv.

Dies ist eine gute Erkenntnis. Die ich genauer beleuchten möchte.

Die Wortgruppe “des Hundes” ist in diesem Satz ein sogenanntes Genitivattribut, welches zu “das Halsband” gehört.

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Attribute

Attribute sind dadurch gekennzeichnet, dass sie Ergänzungen innerhalb eines Satzgliedes sind – jedoch selbst kein eigenes Satzglied darstellen und aus dem Satz gestrichen werden können, ohne dass dieser seinen Sinn verliert.

Es ist also nach wie vor ein grammatisch korrekter Satz zu sagen: Das Halsband ist mir eigenen Samstag verloren gegangen. Ich frage mich zwar an dieser Stelle, von welchem Halsband der Sprecher spricht. Dies ändert jedoch nichts daran, dass es sich hier um einen grammatikalisch korrekten Satz handelt.

Die Wortgruppe “des Hundes” ist also eine nähere Ergänzung innerhalb eines Satzgliedes – in diesem Fall innerhalb des Subjekts, welches mit “Wer oder was” erfragt werden kann und im Nominativ steht.

Und dieses darf nicht verwechselt werden mit einem Genitivobjekt.

 

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Diesen und ähnlichen Fragen widmen wir uns übrigens auch in den Elternsprechstunden der Lernkompetenz-Community oder in der Facebookgruppe.

Und seien Sie sicher: Sie sind nicht der einzige Mensch auf der Welt, der hier Fragezeichen sieht. Und es muss wirklich auch nicht jeder so begeistert sein von Sprache, wie ich es bin ♥

Sie müssen das nicht alleine schaffen!

Ein echtes Genitivobjekt ist ein Satzglied

Anders sieht dies aus in dem Satzbeispiel aus, welches bereits weiter oben im Text erwähnt wurde:

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Ich erkläre den Schülern das Skelett eines Säugetiers anhand des Hundes.

Denn hier lässt sich tatsächlich Fragen “anhand wessen erkläre ich das Skelett eines Säugetiers”?

Der Beweis ist die Umstellprobe:

  • Anhand des Hundes erkläre ich den Schülern das Skelett eines Säugetiers.
  • Das Skelett eines Säugetiers erkläre ich den Schülern anhand des Hundes.

Oder als Frage formuliert:

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  • Erkläre ich den Schülern das Skelett des Säugetiers anhand des Hundes?

Die Wortgruppe “anhand des Hundes”stellt ein eigenständiges Satzglied dar. Sie ist nicht zwangsläufig an die vorangegangene Wortgruppe “das Skelett des Säugetiers” gebunden.

Es handelt sich hier also um ein eigenständiges Satzglied und dieses kann erfragt werden – in diesem Fall mithilfe der Frage “Wessen”. 

Das Genitivobjekt ist ein seltener Geselle

Wie ich bereits erwähnte, ist das Genitivobjekt tatsächlich eine seltene Kombination innerhalb des Satzes, da es aus unserem sprachlichen Gebrauch nahezu verschwunden ist.

Dennoch ist die Unterscheidung wichtig, da die Verwechslung von Genitivobjekt und Genitiv des Nomens immer wieder zu Verwechslungen führt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen anhand dieses sehr konkreten Beispiels (haha, ein Genitivobjekt!) verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Betrachtung von Wörtern auf Wortebene oder Satzebene strikt voneinander zu trennen.

Und wenn man sich auf die Erklärung einmal eingelassen hat, wird es eigentlich sogar ganz logisch.

Adverb oder Adverbiale Bestimmung

Dies möchte ich anhand eines weiteren Beispiels verdeutlichen. Das Adverb gehört zu den Wortarten und bezeichnet Wörter, die andere Wörter näher beschreiben können. Diese Eigenschaft kennen Sie bereits von den Adjektiven. Adjektive beschreiben jedoch ausschließlich Nomen, während Adverbien auch Verben, andere Adjektive oder sogar den ganzen Satz näher beschreiben können.

Ein Beispiel hierfür ist:

Er fährt sehr schnell. Wie fährt er? sehr schnell.

Das Verb “fahren” wird hier also näher beschrieben.

Adverbien haben die Eigenschaft, dass sie nicht gesteigert werden können. 

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 Die Adverbiale Bestimmung

Betrachten wir im nächsten Schritt Beschreibungen auf Satzebene.

  • Am Mittwoch gehen wir ins Kino.

Die Informationen des Satzes, dass wir ins Kino gehen, wird genauer beschrieben mithilfe einer Zeitangabe. Dass es sich bei “am Mittwoch” um ein eigenständiges Satzglied handelt, lässt sich leicht herausfinden: Mit der Umstellprobe:

  • Wir gehen am Mittwoch ins Kino.
  • Ins Kino gehen wir am Mittwoch.

Ist nun geklärt, dass “am Mittwoch” ein eigenständiges Satzglied ist, stellt sich als Nächstes die Frage danach, um welches Satzglied es sich nun handelt.

Objekte sind unmittelbar an das Verb gebunden. Der Satz kann auf ein Objekt nicht verzichten, da er sonst seinen Sinn verliert.

Anders bei den sogenannten adverbialen Bestimmungen. Diese genaueren Beschreibungen eines Satzes können weggelassen werden, ohne dass der Satz seine grammatikalische Richtigkeit verliert.

Der Satz “Wir gehen ins Kino.” ist also nach wie vor ein korrekter Satz.

Ihm fehlt jegliche die nähere Beschreibung der Zeit.

Und damit haben wir die Wortgruppe “am Mittwoch” als adverbiale Bestimmung der Zeit identifiziert. 

 Adverbien als Attribute

Gehen wir wieder einen Schritt weiter. Hierfür nehmen wir das Beispiel:

 

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  • Mein Haus ist viel schöner angemalt als deines.

In diesem Satz kann ich fragen “wie ist das Haus angemalt”? Die Frage wird mit der Wortgruppe “viel schöner” beantwortet.

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Auf Wortebene handelt es sich bei dem Wort “viel” um ein Adverb.

Aufsatzebene haben wir jedoch keine Adverbiale Bestimmung – auch wenn die Ähnlichkeit der Ausdrücke dies vermuten ließe. 

Warum nicht?

Das ursprüngliche Adverb viel ist hier ein Attribut.

Dafür müssen wir wieder die Umstellprobe zu Hilfe nehmen und genau schauen, aus welchen Satzgliedern dieser Satz besteht:

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  • Viel schöner angemalt ist mein Haus als deines.
  • Angemalt ist mein Haus viel schöner als deins.

Was wir erkennen, ist, dass “viel”sich nicht trennen lässt von seinem Bezugswort “schöner”. Es ist daher kein eigenes Satzglied, sondern steht in einer festen Verbindung.

Die beiden Wörter “viel schöner” sind gemeinsam die adverbiale Bestimmung der Art und Weise, da die Umstellprobe gezeigt hat, dass sie nicht zwangsläufig immer vor ihrem Bezugswort “angemalt” stehen müssen.

Die beiden Wörter selbst jedoch können nicht getrennt werden. Das Adverb “viel” jedoch ist im Kontext des Satzes jedoch ein Attribut zu dem Wort “schöner”. 


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Jetzt wird es konkret

Nehmen wir nun also Wort “Hund”

Singular – Plural: der Hund – die Hunde.  

Die verschiedenen Fälle Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ können von diesem Nomen im Singular gebildet werden:

 

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  • Nominativ: der Hund 
  • Genitiv: des Hundes 
  • Dativ: dem Hund
  • Akkusativ: den Hund. 

Das Gleiche für den Plural:

  • Nominativ: die Hunde
  • Genitiv: der Hunde
  • Dativ: den Hunden
  • Akkusativ: die Hunde. 

Wie hier deutlich zu sehen ist, habe ich alleine das Wort “Hund” trachtet und dieses in verschiedene Fälle gesetzt. 

Orientiert habe ich mich dabei nach den Fragen der einzelnen Fälle

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  • Nominativ – Wer oder was? 
  • Genitiv  – Wessen? 
  • Dativ – Wem? 
  • Akkusativ – Wen oder was? 

Der Übergang zum Satzglied

Nehme ich nun den Hund und bringe ihn auf Satzebene – das heißt, ich betrachte ihn im Kontext einer Information – ergeben sich viele Möglichkeiten, welche Aufgabe der Hund in einem Satz übernehmen kann. 

Der Hund liegt auf der Couch. – Wer fliegt auf der Couch? Der Hund. In diesem Satz steht der Hund im Nominativ und ist das Subjekt. 

Ich gebe dem Hund sein Futter. Wem gebe ich das Futter? Dem Hund. 

Ich suche den Hund im Garten. Wen oder was suche ich im Garten? Den Hund. 

Ich erkläre den Schülern das Skelett eines Säugetiers anhand des Hundes. Anhand wessen erkläre ich den Schülern das Skelett des Säugetiers? Anhand des Hundes. 

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Der verflixte Genitiv

Der Genitiv fällt den Schülern oft am schwersten. Nicht auf Wortebene – denn des Hundes, des Hauses, des Verbrechens, des Fernsehers – sind Ausdrücke, die sich in der Regel alleine am -s- vorangestellten Artikels leicht erkennen lassen. 

Was häufig zu Verwirrungen führt, ist, dass der Genitiv einer Wortart nicht automatisch dem Genitiv des Satzgliedes entspricht.

Gut, das sind ziemlich viele Informationen. Ich bin voll und ganz bei Ihnen, dass man mit Sicherheit ein glückliches und erfülltes Leben führen kann, ohne Satzglieder und Wortarten, Genitive, Attribute und adverbiale Bestimmungen voneinander zu unterscheiden.

Dennoch ist dies Thema relevant für den Deutschunterricht. Und damit ist es für unsere Kinder wichtig, diese Unterscheidungen zu kennen.

Und um sie ausreichend unterstützen zu können bei den Hausaufgaben und beim Lernen, sollten auch wir diese Unterschiede kennen und uns kompetent machen. In den Bereichen, in denen unsere Kinder uns brauchen. 

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